ENGEL IM SEPTEMBER…

Am 29. September ist Michaelis, der Gedenktag der Engel. Warum man einen Tag im Kirchenjahr für die Engel reserviert hat? Weil es bei den Engeln um Gottes heilende und heilsame Kräfte geht, die in unser Leben hineinwirken. In der Bibel gibt es viele EngeIsgeschichten, die dies bezeugen. Sie helfen, Engelsspuren in unserem Leben zu entdecken. Sie machen aufmerksam für die Mittlerinnen und Mittler, die Gott nutzt, um uns hilfreich zur Seite zu stehen. In seinem Morgen – und Abendsegen bittet Mar-tin Luther Gott: „Dein Heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir findet“. Damit vertraut er den Tag und die Nacht Gott und seinen Boten an. Wer wird uns zum Heiligen Engel? Der Mitmensch, der uns in Schutz nimmt. Der zuhört und fragt: „Was brauchst du?“. Der Mitmensch, der mit uns Klartext spricht und sagt: „Nein, so nicht!“. Der, der da ist und bleibt, wenn uns die Angst umtreibt. Der, der glaubwürdig von Gott spricht und unsere Hoffnung schürt. Gottes schickt seine Boten aus! Und wir können selbst zu solchen werden! Diesen Gedanken hat die amerikanische Künstlerin Colette Miller eindrücklich in ihre Kunst aufgenommen. Auf dem Bild sehen Sie ein Grafitto von ihr. 

Es ist Teil ihrer Initiative The Global Angel Wings Project, die 2012 in Los Angeles be-gann. Ihr Kunstwerk wird erst dann zum Kunstwerk, wenn sich Menschen zwischen die Flügel stellen und damit fotografieren lassen. „Ich habe sie gemalt, um die Menschen daran zu erinnern: Wir sind die Engel dieser Erde“, sagt die Künstlerin, die ihre Engelsflügel in den vergangenen Jahren u.a. nach China, Japan, Frankreich, Kuba, Kenia und England gebracht hat. Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft, Hautfarbe und Religion haben sich zwischen den Engelsflügeln, die immer ein wenig anders aussehen, ablichten lassen. Mit dem Foto haben sie die Erinnerung der Künstlerin nach Hause getragen und sicherlich auch im Herzen gehalten. Schade, dass es noch keine ihrer Engelsflügel in Südafrika zu erleben gab… 

Colette Miller sagt, ihre Kunstwerke gehören „den Menschen“, sie erhebt keinen Besitzanspruch darauf. Ich wünsche Ihnen Menschen, die Ihnen zum Engel werden und andere, denen Sie zum Engel werden. Denn jede Begegnung mit einem Engel, lässt uns spüren, dass Gott uns den Rücken stärkt. „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“ Psalm 91,11). 

Mit herzlichen Grüssen, Beate Williard-Bidoli 

Die Psalmen | The Psalms

An den Sonntagen im Oktober werden Pastorin Beate Williard-Bidoli und Pas-tor Felix Meylahn anstelle der üblichen Predittexte einige Psalmen als Grundlage ihrer Predigt gebrauchen. Das machen wir aus mehreren Gründen. Einmal gibt uns das Thema der Synode zu denken – wie kommen wir Mensch-en aus der Desorientierung dieser Zeit heraus in eine Re-orientierung, die dem Leben in unseren Gemeinden und in unserem Land dient? Zum Anderen sind die Psalmen in unserer Erfahrung der Ort in der Bibel, wo wir Lebensworte finden, Worte, in denen die Menschen, mit denen wir leben, arbeiten und die wir selber sind, den Mut zum Leben finden – den Mut, zunächst auch, das Leb-en so auszusprechen, wie es gerade ist – mit den Klagen, Sorgen und Nöten, die uns anfechten und fertig machen – und dann auch, oft nach geduldigem Warten und Klagen, das neue, an der erfahrenen Gnade Gottes orientierte Leben, das uns im Beten der Psalmen geschenkt wird. Wir laden Sie und Euch dazu ein, im Oktober vier Psalmen kennen und lieben zu lernen, die uns solche Lebensworte zur Verfügung stellen. 

THE PSALMS – WORDS OF LIFE IN TIMES OF DISORIENTATION 

A SERIES OF SERMONS BASED ON SELECTED PSALMS 

ORGELKONZERT

EIN ORGELKONZERT ZUR EINWEIHUNG UNSERER RESTAURIERTEN EMIL-HAMMER-ORGEL 

Am Sonntagnachmittag, dem 29. August, wurde die Wiederingebrauchnahme unserer Emil-Hammer-Orgel (Baujahr 1965) in einer kurzen Andacht mit an-schließendem Orgelkonzert gebührend gefeiert. Nach langer Planung, Geld-sammlung und letztendlich noch einer Verzögerung von einem Jahr wegen der Covid-Pandemie, wurde die Orgel im April/Mai dieses Jahres in einem Zeitraum von gut zwei Wochen vollständig überholt. Die Arbeit wurde von der Firma Rieger-Orgelbau aus Österreich unternommen, dessen Orgelbauer Michael Fritsch aus Europa angereist war. Er wurde von den südafrikanischen Orgelbauern Werner Hurter und Adriaan Roux unterstützt. Sämtliche der mehr als 1300 Pfeifen wurden ausgebaut, gereinigt, und neu intoniert, und andere abgenutzte Teile (Filzdichtungen, Leder, usw.) ersetzt. Die Orgel erklingt schon seit mehreren Monaten wieder neu in unseren Gottesdiensten, aber nun war es an der Zeit für ein Konzert, um diesen Anlass offiziell zu bedenken und zu feiern. Da wegen eingeschränkter Besucherzahl nur 50 Teilnehmer vor Ort erlaubt waren, wurde das Konzert per Live-Stream über YouTube übertragen, was auch den Mitarbeitern der Firma Rieger ein Mitverfolgen ermöglichte. (https://youtu.be/v9eNvOBkiNs)

Zu Anfang hieß Pastor Meylahn (links) alle Gäste willkommen und hielt eine Andacht, in der die wichtige Rolle der Kirchenmusik über die Jahrhunderte hervorgehoben wurde. Danach las Frau Colleen Cunningham als Vertreterin des Lutherischen Weltbundes ein Grußwort von Dr. Christine Keim (deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes) vor. Der LWB hat dieses Projekt mit einer großzügigen finanziellen Spritze unterstützt. 

Der Gastorganist war Winand Grundling , renommierter Stellenboscher Organist und Musiker. Winand hat in Südafrika und im Ausland studiert, und sein Schaffen ist bereits mit zahlreichen nationalen und intern-tionalen Preisen gekrönt worden. 

Im Konzert wurden Werke verschiedener Komponisten aus Epochen von Barock bis hin zur Moderne gespielt. Die unter-schiedlichen Musikstile ermöglichten es dem Organisten, die klangliche Vielfalt der Orgel voll zur Entfaltung zu bringen, und es war ein Genuss, als Gemeindeorganist dieses einmal in solcher Form von den unteren Bänken mit zu erleben. Erö-ffnet wurde das Konzert mit dem virtuosen Praeludium in D-dur von Dietrich Buxtehude. Es folgten Werke von Pachelbel, Bach (eine eher weniger bekannte Fuge à la Gigue), Händel, dem amerikanischen Komponisten Gordon Young, Mendelssohn, und einer Sonate mit Thema und Variationen des zeitgenössischen niederländischen Komponisten Hendrik Andriessen. Als passender Abschluss wurden drei Choralvorspiele von Richard Behrens gegeben, der selber mehr als 20 Jahre Hauptorganist unserer Gemeinde gewesen ist und maßgeblich bei der Anschaffung der Orgel in den sechziger Jahren mitgewirkt hat. 

Theologiestudenten | Theology Students: Tristan Krüger

Meine Berufung und mein Lebenslauf 

Ich wurde in einer deutschen Familie in Kroondal, kleine Vorstadt von Rustenburg, groß. Die Deutsche Schule Kroondal ist unsere Gemeindeschule und dort ging ich zur Schule bis zur siebten Klasse. Simon Röhrs, der auch jetzt in Stellenbosch studiert, war in meiner Klasse und ist jetzt noch ein guter Freund. 

Deutsche Schule Kroondal hat keine Hochschule, darum musste ich zu einer englischen oder afrikaansen Hochschule gehen. Ich wählte die englische Schule, die gerade außerhalb Rustenburg war, Lebone College of the Royal Bafokeng. Hier lernte ich mit anderen Kulturen und anderen Sprachen umzugehen. Ich musste lange versuchen mich anzupassen, aber am Ende baute ich Verhältnisse mit Menschen, die mir heute noch viel bedeuten. Die Schule lehrte mich wie zu diskutieren und wie Geschichte, Kultur und Sprache anders zu sehen. 

Als ich 17 war, bekam ich das Gefühl, dass Gott mir was sagen will. Am Ende des Jahres, merkte ich, dass Gott mich beruft um ein Pastor zu sein. Ich denke noch oft darüber nach, aber ich erinnere mich noch, dass ich wirklich dieses starke Gefühl hatte, dass Gott mich beruft. Ich hatte Angst meinen Eltern zu sagen, dass ich Theologie studieren will, darum ging ich später im nächsten Jahr erst zu Pastor Theo Jäckel und besprach Theologie und die Arbeit die ein Pastor machen muss mit ihm. Am Ende des Gespräches, war es klar, dass ich überzeugt war von meiner Berufung. Genau nach dem Gespräch, sagte ich meinen Eltern und dann bewarb ich mich an die Universität Stellenbosch, weil dort unser UELCSA Seminar war. 

Soweit, bin ich dankbar, dass ich Theologie studiere, weil ich ziemlich begeistert bin von all dem Diskutieren und Nachdenken über Gott, Menschen 

Theologiestudenten | Theology Students: Hans-Christoph Lange

Dear Congregation, 

I was asked to shortly say something about myself and my studies. So here are some short reflections and thoughts from my experience: The journey to Theology is seldom straightforward, especially if it grasps you in the midst of a career in Civil Engineering. Judging by my experience, it is the unlikely combination of conviction and yearning that finally constitutes a calling which is persistent enough to motivate a career change. 

I arrived at Stellenbosch in 2019 with quite a number of preconceived notions about who God is, what Theology is and who I am. Luckily this did not preclude me from learning anew and getting to know different perspectives. In fact, I would be much poorer if I had not been willing to learn. It is a very discomforting experience to question the axioms of one’s life and faith. The only thing that could have prevented me doing this would have been fear of inquiry. But is fear not the opposite of the one we call love? We are told not to fear (Isaiah 41,10). Therefore, should we not be able to pursue, seek and look for truth without fear? Even though it feels as if we move away from what we are comfortable with, one must remember that no learning happens without discomfort. 

What was crucial to keep me grounded during the difficult times of grappling with tough topics was to be part of the Lutheran community in Stellenbosch. I’m very thankful for the support of the church embodied by especially Pastor Meylahn (and others) during these difficult times. A special thanks also goes out to Tristan, my fellow student, for the countless arguments and discussions we’ve had: Iron sharpens Iron. Since I’m on to special thanks, I also have to mention the generous Elisabeth Rohwer, who is kind enough to let me park my CamperVan (yes, I built my own CamperVan over lockdown and now live in it) in her yard and has gone out of her way to make me feel welcome. 

As this is my second degree, the academic side is not as difficult for me as for other students. I actually really enjoy the academic environment. I particularly enjoy Philosophy, Systematic Theology and Ethics, New Testament, Beer in good company and helping my fellow students where possible (okay, maybe the Beer is not strictly speaking part of the academic environment). Through an initiative from the Cape Church, I was also able to plan and participate (together with Rutendo) in an online exchange programme with youths from Brazil and Chile. I’m also quite proud that I have already co-authored a soon-to-be-published academic paper on Aramaic Performatives, and also hope to publish my interview of our own Professor Klaus Nürnberger soon. 

I am grateful for the moral support from my family, but also for the financial support I receive from the Lutheran World Federation Scholarship and the new friendships I can and have made here in Stellenbosch. I am looking forward to everything that I have yet to learn and experience in my time here.