MONATSSPRUCH FÜR APRIL 2021

“Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.”
Kolosser 1, 15

Können wir uns Gott vorstellen? Dürfen wir denn überhaupt uns ein Bild von Gott machen? Die Bibel untersagt es ausdrücklich (Exodus 20, 4). Nun bleibt aber der Wunsch, mir irgendwie doch Bilder zurecht zu legen, die mir helfen, Gott zu verstehen und vorzustellen. Dieser Wunsch steckt tief in uns Menschen drin – er hat über die Jahrtausende auch dazu geführt, dass Menschen sich Bild- er von den Göttern machten – Götzenbilder, die sie verehrten und umtanzten – in der Hoffnung, diese Götter würden ihre Verehrung anerkennen und ihnen gnädig sein. Viel Unheil und Leid ist dann aber auch von diesen Vorstellungen von den Göttern ausgegangen: Gewalt und Machtmisbrauch geschahen im Namen dieser Götter – ja, auch des biblischen Gottes.

Darum ist der Monatsspruch für April so ein wichtiges Wort. Das Verbot, sich Bilder von Gott zu machen, bleibt gültig – aber wir haben ein „Ebenbild des un- sichtbaren Gottes“ in Jesus von Nazareth – in ihm wird uns gezeigt, wie Gott ist. Und das ist schockierend – denn bei diesem Jesus von Nazareth ist nichts, was wir normalerweise mit Göttern in Verbindung bringen, zu sehen. Er ist ein Mensch, arm und machtlos – keine prunkvolle Herrlichkeit strahlt von ihm aus, er ist gnädig und barmherzig – kein zürnender, strafender, wütender Herrscher – und seine Liebe gilt allen, vor allem denen, die am Rande stehen, die von dem religiösen Establishment nicht wahr- und angenommen werden. Und dass gerade diese schwache, leidende Erscheinung uns ein Bild gibt von dem „Erstgeborenen vor aller Schöpfung“, ist ein Skandal für alle Religionen – wäre es nicht an der Zeit, sich dieses Bild von

Gott einzuprägen? Vieles würde sich auch in unserem Umgang mit den Menschen von Grund auf ändern und auch uns selbst lernten wir neu sehen als die von diesem gnädigen Gott geliebte und angenommene Kinder.

Felix Meylahn

Lenten Dovotion for the Week of Sunday Oculi

I am the Way, and the Truth, and the Life

John 14, 6

Taizé chant: Stay with me
Stay with me, remain here with me, watching and praying, watching and praying.
Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet.

Text: John 14, 5+6
5 Thomas said to Jesus, ‘Lord, we do not know where you are going. How can we know the way?’ 6 Jesus said to him, ‘I am the way, and the truth, and the life. No one comes to the Father except through me.

Taizé chant: Stay with us O Lord Jesus Christ
Stay with us O Lord Jesus Christ, night will soon fall. Then stay with us O Lord Jesus Christ, light in our darkness.
Bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ. Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns, Du treuer Gott.

Prayer
Lord Jesus Christ, Light of the World – You are the Way that God comes to us, You are the Truth that reaffirms God’s love for us, and You are the Life that God graciously gives to us. Let us live in this Way, this Truth and this Life, so that others may recognise your love for them in and through us. To you be glory forever and ever. Amen

Blessing
The peace of the Lord be with you all. Amen

MONATSSPRUCH FÜR MÄRZ 2021

Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lukas 19,40

Jesus reitet in Jerusalem ein. Die Menschen sind begeistert. Sie jubeln, sie schwenken Palmenzweige. Jesus hat gepredigt und geheilt. Er hat mit den Menschen gelacht und geweint und sie ins Reich Gottes eingeladen. Nun be- grüßen ihn die Einwohner Jerusalems als den versprochenen Erlöser: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!!“ Nicht alle finden das passend. Die Pharisäer sind verärgert. In ihren Augen ist Jesus ein Gottesläster- er, und sie fordern ihn auf, diesem Hype ein Ende zu setzen und die Menschen zum Schweigen zu bringen. Jesus antwortet ihnen: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien“ (Lk 19,40).

Die Botschaft, dass Jesus der Gesandte Gottes und Bruder und Freund der Menschen ist, lässt sich nicht unterdrücken. Gott lässt sich nicht aufhalten. Gott wird weiter Menschen Heilung und Heil bringen – ja, notfalls wird er dafür auch ungewöhnliche Wege suchen und ungeahnte Möglichkeiten nutzen. Seine Liebe strömt weiter aus. Mögen wir selbst erleben, wie die Seele von diesem Strom gereinigt wird, wie sie aufat- met und Frieden findet. Viel- leicht sogar in Situationen und in Begegnungen, in denen wir nie damit gerechnet hätten. Gott lässt sich nicht stumm- schalten, er wird zu hören sein – trotz aller Widerworte.

Diese Erfahrung und Hoffnung wünsche ich Ihnen/Euch!

Beate Williard-Bidoli

WATCHWORD FOR APRIL 2021

“Christ is the image of the invisible God, the firstborn before all creation.”
Colossians 1, 15

We are not meant to make ourselves an image of God (Exodus 20, 4). If it was left to us humans, a God would be a powerful, glorious appearance instilling fear and trembling in all of us. In the history of religions, such images of God were used to legitimise and justify violence, injustice towards the poor and the outsiders and the establishment of exclusive and elite societies and groups that lorded it over all the others. Our watchword puts a stop to this – the prohibition remains: don’t make yourself an image of God – but if you need to understand, even visualise what God is like look at Jesus of Nazareth – a frail, poor, weak human – who lived a life of grace, care and forgiveness – yearning to help all, especially those at the margins of society, those excluded, those oppressed and exploited. For this, he was crucified – and the ultimate “image of the invisible God” we Christians have been given is the crucified, who screams in agony: “My God, why have you forsaken me?!”

Oh, how desperately the world needs to see this image of God – and recognise in Jesus the radically new way of understanding what God intends for creation. That is why Jesus is called “the firstborn before all creation”. This was God’s intention from the beginning – a life of love, care, grace and acceptance for all – not an exclusive, elite upper-class ruling over the others. Can you imagine what our society would be like if we saw God in Jesus?

Felix Meylahn

Vertragsverlängerung des Pastors

Liebe Gemeindeglieder und liebe Freunde, wir freuen uns, dass Pastor Felix Meylahn bei der Jahreshauptversammlung am 14. Februar für weitere drei Jahre als Pastor der Gemeinde einstimmig gewählt wurde.

Möge Gott sowohl seinen Dienst in der Gemeinde als auch die Arbeit mit den Studierenden segnen, ihm Freude an seinem Amt schenken und ihn mit Kraft, Weisheit und Klarheit für den Weg unserer Gemeinde zurüsten. Beate Williard-Bidoli