Dank einer grosszügigen Spende aus dem Nachlass von Rosi von Aulock konnten wir vor einigen Jahren eine Notstromanlage anschaffen und die audiovisuellen System der Gemeinde verbessern. Unter anderem wurde das Verstärkersystem in den Raum

über der Sakristei verlegt, von dem aus auch die Echtzeitübertragung unserer Gottesdienste stattfindet. Als Dank und Erinnerung an Rosi von Aulock wollte der Kirchenvorstand eine Plakette im Gemeindezentrum aufhängen und wählte dafür die Wand Neben dem Eingang zum Technikraum.

Wer war Rosi von Aulock? Viele Gemeindemitglieder werden sich an Rosi erinnern, diese tatkräftige Helferin auf vielen Gebieten in unserem Gemeindeleben. Ihre grosszügige, fröhliche und fleissige Art war überall zu spüren. Besonders war ihr Blumenschmuck in der Kirche, gerade auch zu Palmarum und dem Erntedankfest. Aktiv hat sie mitgemacht beim Basar und im Kirchenchor gesungen.

Rosi (Rosmarie Melanie Sybille Helene) von Poncet ist am 28. September 1926 in Ostdeutschland auf dem Landgut der Familie geboren und verstarb nach einem langen und ereignisreichem Leben von fast 93 Jahren am 7. September 2019 in Stellenbosch. Mit knapp 18 Jahren musste die Familie im Februar 1945 die Landgüter verlassen, und ist Rosi mit den Pferden 800 km über sechs Wochen gen Westen geflohen.

1951 wanderten Rosi und ihre Schwester Haidi nach Südafrika aus, und hier heiratete sie Friedrich-Karl von Aulock (3.7.1918-26.4.1988). Hier wurden ihre drei Kinder geboren, nachdem sie 1958 ans Kap zogen und ihre eigene Farm im Breederivier-Tal kauften und unter schwierigen Umständen bewirtschafteten. Seit

1964 arbeitete Rosi alleine auf der Farm, derweil ihr Mann in der Stadt Arbeit fand.

Rosi war eine unglaublich hart arbeitende Frau, die alle Arbeit auf der Obst- und Gemüsefarm alleine beherzigt hat. Arbeit war ein sehr wichtiger Teil von ihrem Leben, und Arbeit hat ihr Leben sinnvoll gemacht.

Etwa 1980 wurde die Farm verkauft und ist die Familie in die Nederburgstraße in Stellenbosch gezogen. 1988 verstarb ihr Mann an Krebs. Allein hat Rosi viel im Haus und in ihrem großen, wunderschönen Garten gearbeitet, und während der Winterzeit schnitt sie in vielen Gärten die Rosen, den Wein und die Obstbäume. Mit 82 löste sie ihr Haus auf und zog nach Azaleahof, ihr letztes Zuhause. Sie hat trotz der Anpassung nie geklagt, und ihren Kindern immer wieder gesagt, wie schön die Welt ist, obwohl sie ihre drei Paradiese (Landgut, Farm, Wohnhaus mit grossem Garten) verlassen hatte. Überall stand die Tür offen für jung und alt, Freunde, Familie und Besucher. Sie hatte ein offenes Herz, und mit ihrer fröhlichen und positiven Art hat sie vielen Menschen Gutes getan.

Klaus-Gerd von Pressentin; Sietske Rubow