Seit dem Frühjahr dieses Jahres bin ich Mitglied dieser Kirche. Sie ist zu meiner kirchlichen Heimat geworden. Ich erlebe sie als eine Gemeinde, bei der viele helfende Hände und Initiativen dazu beitragen, dass die Kirche lebendig bleibt – seien es der Gemeindebrief, die Information über die Gottesdienste und Veranstaltungen, die Übernahme der Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament beim Gottesdienst, das Zusammensein danach bei Kaffee und Tee, Orgelspiel, Posaunenchor, JohannesPassion von Schütz, Musik ganz allgemein, Frühstückstreffen, monthly meals, Deutsche Stube, Weihnachtsbasar, Versteigerung von Bildern… Falls ich etwas übersehen haben sollte, bitte ich um Nachsicht, ich bin hier noch „neu“.
Als Ingrid, unsere Pastorin, fragte, ob ich bereit wäre die Leitung des Besuchskreises zu übernehmen, sagte ich ja, ohne genau zu wissen, was damit alles verbunden ist oder noch sein könnte.
Keine Hand ist zu alt und keine zu jung, alle Hände werden gebraucht, jede einzelne und von jedem.
Ich möchte, dass in dieser kleinen schneeweißen Kirche auch in 25, 50 und 100 Jahren die Glocken noch läuten. Das wünsche ich mir. Ich hoffe, es ist nicht nur mein Wunsch sondern der von vielen und möglichst allen. Aber die Dinge ereignen sich nicht von selbst. So als könnten wir denken, Gott wird‘s uns schon im Schlafe schenken. Tun wir also was dazu. Wir sind eine lutherische Gemeinde. Wir haben ein großes Erbe, das verpflichtet. Luther ging zum Reichstag nach Worms, um seine 95 Thesen zu verteidigen. Er sagte, ich habe einmal die Bulle von Rom verbrannt und ich würde es wieder tun. Man hatte ihm freies Geleit zugesagt. Aber was bedeutete das schon? Johannes Hus aus Böhmen (einer der vor-Reformatoren) hatte man für das Konzil in Konstanz ebenfalls freies Geleit zugesagt. Man hat ihn trotzdem verbrannt. So ist das mit den heiligen Eiden der Mächtigen.
Luther hätte in Worms dasselbe Schicksal ereilen können. Er hatte trotzdem den Mut, dorthin zu gehen. Er hat die Bibel ins Deutsche übersetzt. Zuvor waren die Gottesdienste in lateinischer Sprache. Fortan konnten alle hören und lesen, was in der Bibel stand. Niemand konnte sich mehr hinter dem lateinischen Text verstecken. Der Name von Martin Luther King aus den USA ist allgemein bekannt. Er hieß nicht immer Martin Luther. Sein Vater war 1934 in Deutschland und nahm an einem internationalen Kongress der Baptisten teil. Bei dieser Gelegenheit besuchte er auch die Orte von Luther und der Reformation.
Martin Luther muss ihn so beeindruckt haben, dass er noch in demselben Jahr seinen eigenen Namen und den seines Sohns in Martin Luther King umänderte Die Kirchen haben es in dieser Welt nicht mehr so einfach wie früher und müssen um ihren Platz kämpfen, als wäre die Botschaft des Neuen Testaments für sich allein 14 BESUCHSKREIS nicht schon großartig genug.
Martin Luther ist der große Reformator nicht nur für die Deutschen sondern für alle Menschen, auf welchem Kontinent sie auch leben, gleich welcher Hautfarbe. Ich wünsche uns allen den Mut, die Entschlossenheit und Fröhlichkeit von Luther. Wir haben uns am 25. September getroffen und darüber gesprochen, was möglich und sinnvoll ist.
Die Menschen sind sehr unterschiedlich in ihren Erwartungen und Vorstellungen. Das gilt sowohl für diejenigen, die andere besuchen, als auch die Besuchten selbst. Darauf ist Rücksicht zu nehmen, damit der Besuch zu einem schönen und persönlichen Erlebnis wird, das nicht einmalig bleibt. „Besuche“ sind übrigens in jeglicher Form und für jeden möglich. Ein Anruf bei jemandem, den/die man lange nicht gesehen hat. Dazu bedarf es keines Besuchskreises. Jeder in der Gemeinde kann das tun und die Verbindung zu anderen aufrecht erhalten.
Immer wieder das Gespräch mit anderen suchen. Wir freuen uns über jeden, der ebenfalls bereit ist, andere zu besuchen. Jedes Jahr werden wir ein Jahr älter, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Auch diejenigen, die heute noch jung sind, werden eines Tages alt sein. Einsamkeit ist der Begleiter des Alters. Krankheit kann dazu kommen.
Die Zuwendung, die wir heute anderen geben, wird eines Tages zu uns zurückkehren, wenn wir selbst ihrer bedürfen. Nur das,was wir geben, wir uns bleiben. Dieser Gedanke steht für mich zwischen den Zeilen der Bergpredigt. In unserer Kirche hängt dieses kleine Bild. Ich glaube, ein Kind hat es gemacht. So stelle ich mir Kirche vor: auf dem Karussell des Lebens fliegen, immer bereit, einander die Hand zu reichen.
So stelle ich mir Kirche vor: auf dem Karussell dieser Welt fliegen, immer bereit, einander die Hand zu reichen.
Ich bin wie folgt erreichbar:
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EMail: hmummenthey@hotmail.com
Hinrich Mummenthey