MONATSSPRUCH APRIL 2026

„Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!” Johannes 20,29

 

April in Südafrika bringt eine sanfte Veränderung. Die Hitze des Sommers lässt nach. Das Licht wird milder. Die Abende werden kühler. Es ist eine ruhigere Jahreszeit – und in diesem Monat feiern wir Ostern. Die erste Woche im April ist erfüllt von Freude: Christus ist auferstanden! Doch nach dem Ostersonntag kehrt der Alltag langsam zurück. Der Schmuck wird abgenommen. Die Lieder klingen weniger festlich. Und wir treten ein in die österliche Freudenzeit – eine ruhigere, beständigere Freude. In diese Zeit hinein hören wir Jesu Worte an Thomas. Thomas war nicht dabei gewesen, als der auferstandene Herr den Jüngern zum ersten Mal erschien. Als sie ihm sagten: „Wir haben den Herrn gesehen“, konnte er es nicht glauben. Sein Zweifel war kein Trotz. Es war Trauer. Er hatte Jesus sterben sehen. Er hatte Angst, wieder zu hoffen. Eine Woche später kam Jesus erneut, obwohl die Türen verschlossen waren, und trat in ihre Mitte. Er lud Thomas ein, seine Hände und seine Seite zu sehen. Und Thomas bekannte: „Mein Herr und mein Gott!“ Da sprach Jesus: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Er spricht von uns. Wir haben den auferstandenen Christus nicht mit unseren Augen gesehen. Wir waren nicht in jenem verschlossenen Raum. Und doch glauben wir. Wir bekennen die Auferstehung. Wir vertrauen seinen Verheißungen. Und Jesus nennt das selig. Viele von uns kennen ihre eigenen „verschlossenen Türen“ – die Sorge um die Gesundheit, die Unsicherheit über die Zukunft, die Trauer um geliebte Menschen, die nicht mehr da sind. Ostern nimmt nicht jede Angst und jeden Schmerz sofort weg. Auch die Jünger fürchteten sich noch nach der Auferstehung. Aber der auferstandene Herr kam in ihre Angst hinein. Er trat in ihre Mitte. Er sprach Frieden. Das tut er noch heute. In diesem stilleren Herbstmonat, während das Jahr weitergeht und auch unsere eigenen Jahre voranschreiten, leben wir nicht im Schauen, sondern im Glauben. Unser Körper mag schwächer werden. Unsere Schritte mögen langsamer sein. Aber der Glaube hängt nicht von Kraft oder Augenlicht ab. Es ruht auf der Verheißung Christi. Bis dahin leben wir in österlicher Freude – ruhig, gewiss und hoffnungsvoll – im Vertrauen auf den auferstandenen Herrn, der zu uns sagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Amen.

Pastorin Ingrid van Sittert