LOBT DEN HERRN MIT POSAUNEN UND TROMPETEN – BLÄSER-FEST IN WUPPERTHAL, CEDERBERGE AM SONNTAG, DEN 19. OKTOBER 2025

Für unser Wochenende in den Cederbergen im Oktober hatten wir uns etwas Besonderes vorgenommen: Einmal dabei sein beim großen jährlichen Bläserfest der Morawischen Kirche. Es findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt und BläserInnen aus dem ganzen Westkap spielen in einem festlichen Gottesdienst zusammen. An einem Sonntag mit blauem Himmel und lieblichem Sonnenschein kamen wir nach einer rütteligen Fahrt auf der Schotterstraße durch die wunderbare und dramatische Landschaft der Cederberge in dem kleinen Örtchen Wupperthal an. Wupperthal wurde 1830 von zwei deutschen Missionaren von der Rheinischen Mission gegründet – Theobald von Wurmb und Johann Gottlieb Leipoldt, dem Großvater des bekannten südafrikanischen Dichters C. Louis Leipoldt. Die Gemeinde bestand vor allem aus freigelassenen Sklaven und einheimischen Arbeitern – ähnlich wie bei anderen Missionsstationen wie Mamre, Elim oder Genadendal. Aus Deutschland brachten die Missionare die Tradition der Bläserchöre mit, die heute noch ein lebendiger Bestandteil Morawischer Gemeinden ist. Wir waren früh genug da, um die Umgebung zu erkunden und das rege Treiben im Vorfeld des Bläserfestes in Ruhe zu beobachten. Nach dem verheerenden Feuer von 2018, das viele Einwohner obdachlos machte und auch einen großen Teil der historischen Gebäude zerstörte, erstrahlten die Community Hall, die Schuhfabrik und andere Häuser in der Ortsmitte von Wupperthal nun wieder in neuem Glanz. Die BläserInnen saßen bereits auf ihren Plätzen unter einem großen Zelt und spielten unter sachkundiger Leitung verschiedene eingeübte Stücke an. Es herrschte eine Atmosphäre festlicher Vorfreude. Der Parkplatz auf der großen Wiese füllte sich schnell, Bekannte und Freunde der Musizierende von überall her freuten sich über ein Wiedersehen, Familien hatten ihre Picknickkörbe dabei.

Beeindruckend war, von wie weit her die Bläser gekommen waren, um bei diesem jährlichen musikalischen Höhepunkt mitzumachen: Von Mamre bis Matroosfontein, von Elsie’s Rivier bis Mitchell’s Plain, von Atlantis bis Genadendal, also von der Westküste und der Region Kapstadt bis in die OverbergRegion – und sogar von Port Elizabeth/Gqeberha und Deutschland waren einige da! Die etwa 300 Instrumentalisten aller Altersstufen gaben unter der Leitung verschiedener dynamischer Dirigenten (hervorstechend: Hilton Smith aus Mamre) eine beeindruckende Vorstellung: Neben jazzigem Gospel-Sound, Musical-Anleihen (“I will follow him”) und afrikanischen Traditionals wie “Siyahamba” und “Masithi” kamen wir auch in den Genuss von wohltönender Gemeindelied-Begleitung und Klassikern wie Dvorak’s Symphonie No 9. Auch die Jungbläser mussten zeigen, was sie konnten…. Natürlich bestand der 2 ½ stündige Gottesdienst unter dem Motto: „Vor allen Dingen habt beständige Liebe!”(1.Petrus 4,8) vor allem aus Musik. Pastorin Rev. Bans von der Wupperthal-Gemeinde jedoch brachte auch die biblische Botschaft zur Geltung: In ihrer „kurzen und kräftigen Predigt“ hob sie den umfassenden Charakter der Liebe als Lebenshaltung (und nicht als bloßes ‘Gefühl‘) hervor, die auf Gottes bedingungsloser Liebe uns gegenüber gründet. Mit Rückbezug auf die „Früchte des Geistes“ im Galaterbrief und auf Jesu „Neues Gebot“ im Johannesevangelium sagte sie unter anderem: Gott ist unsere erste Liebe und unser Fundament. Lieben ist „wandeln im Geist“. Gebrauche deine christliche Freiheit, um andere in Liebe zu ehren. Einem anderen Menschen Wertschätzung zu zeigen, muss ein grundlegendes Merkmal in unseren Beziehungen zu anderen sein.

Es war wirklich schön, bei all dem dabei zu sein. Wir hoffen, dass der Dienst der Bläser weiterhin gesegnet bleibt und ihre Klänge auch andere inspirieren, ein Teil der weltweiten Bläser-Gemeinschaft zu werden!

Christiane Simon