Watchword August 2021

MONATSSPRUCH FÜR AUGUST 2021
Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
2 Könige 19,16

WATCHWORD FOR AUGUST 2021
Incline your ear, O Lord, and hear; open your eyes, O Lord, and see.
2 Kings 19,16

Dear congregation and friends

The watchword for August is a short phrase out of a prayer King Hezekiah of Judah prayed when he received a threatening letter from Sennacherib, king of Assyria – a letter mocking the living God of Israel and threatening to destroy the city of Jerusalem. The prayer is a cry for help in a difficult and dangerous time – and I suppose that is the reason why this little sentence from it has been chosen as a watchword for us in the month of August. We live in difficult and dangerous times too – perhaps we don’t have to deal with threatening letters from foreign kings, but threats there are a plenty and troubles looming large on our horizons – things we are scared of, matters we have to deal with or without having the re-ources or the resilience to handle them properly.

In such a dire situation the prayer of Hezekiah could be a nudge for us in a helpful direction. It reminds us that we can talk to God about all of it and that we can ask God to hear: “Incline your ear, O Lord, and hear!”. Hear our fears, our worries, our concerns about the situation – listen with your caring, loving, merciful ear, O Lord, so that we can blurt it all out in front of you – all the niggling details that cause us to feel overwhelmed, tired, scared and wanting to give up hope.

And we can ask God to see: “Open your eyes, O Lord, and see!”. Of course God sees it all already, and hears everything – but we need the assurance that God will do it for us and that God will open the eyes and take a careful look at this world of ours – a care-filled look, a look that will graciously see how terrible life is for many, many people.

Friends, such a prayer might not already change our situation, it will not magically resolve our problems, but it will help us to find a fuller perspective, to look at the issues from the perspective of our loving God who knows, who hears and sees what is going on and, in time, will come through for us in ways we cannot yet fathom as God came through for Hezekiah – read it in Chapter 19 of the Second Book of Kings.

With this assurance holding me in God’s gracious care, I want to greet you and entrust you into that gracious care too. Be at peace, the Lord knows what you’re going through.

Felix Meylahn

GEDANKEN ZUM MONATSSPRUCH JUNI

MONATSSPRUCH FÜR JUNI 2021
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

WATCHWORD FOR JUNE 2021
We must obey God rather than men. Acts 5,29

Mit dem „gehorchen“ tun wir uns eher schwer. Wir assozieren es oft mit Unter- würfigkeit oder Machtmissbrauch. Viele Menschen leiden, weil von ihnen blind- er Gehorsam gefordert wurde. Deswegen wehren wir uns gegen Unterordnung und sind bestrebt, unsere Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren. Vielleicht werden wir dadurch aber zunehmend ichbezogener und fühlen uns bald keinem mehr, weder Gott noch unseren Mitmenschen gegenüber, verpflichtet? Muss denn Gehorsam immer mit negativen Gedanken verbunden sein? Als Petrus sich vor dem Hohen Rat verteidigen und erklären muss, warum er und die Apostel weiterhin in der Öffentlichkeit predigen, obwohl es ihnen verboten wurde, leitet sich sein Gehorsam vom „Hören“ ab und zwar auf das, was Gott in die Welt gebracht hat. Wir wissen, dass ein wirkliches „Aufeinander-Hören“ Grundlage jeder tragfähigen Beziehung ist. Wenn ich hinhöre auf das, was Gott in Christus gesagt und getan hat, bin ich frei zu entscheiden, ob ich ihm glauben und vertrauen mag. Wage ich die Beziehung zu Gott, wird mein Gehorsam quasi zur Antwort auf sein Wort. So kann aus dieser Bindung heraus mein Gehorsam Gestalt annehmen: ich nehme Gott beim Wort, dass er mich und meine Mitmenschen nicht unterwerfen und knechten sondern zum verantwortlichen und guten Leben anleiten will. Seine Weisungen verstehe ich dann nicht als Entmün- digung sondern als hilfreichen Leitfaden für die Entscheidungen, die ich treffen oder Standpunkte, die ich einnehmen muss. Selbst wenn mir das schwerfällt zu akzeptieren, auch als Warnung in Zeiten, in denen ich immer selbstzentrierter werde oder mich zu sehr von anderen Menschen bestimmen lasse. Aus so verstandenem Gehorsam erwächst dann hoffentlich auch der Mut in bes- timmten Situationen deutlich für meinen Glauben einzustehen und damit Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.

Nehmen wir den Monatsspruch für Juni als Anregung, gewohnte, negative Assoziationen zum Gehorsam beiseite zu schieben und uns ehrlich zu fragen: „Auf wen höre ich?“ „Zu wem gehöre ich?“ Und „Wem gehorche ich?“

Herzlich grüßt Sie/euch,

Beate Williard-Bidoli

 

WATCHWORD FOR MAY 2021

MONATSSPRUCH FÜR MAI 2021
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen
Sprüche 31,8

WATCHWORD FOR MAY 2021
Speak out for those who cannot speak, for the rights of all the destitute.
Proverbs 31, 8

Dear congregation, dear friends,

A word of clear instruction from the wise teacher in the book of Proverbs – open your mouth, stand up for, be an advocate for those who have no recourse to justice because they are being held down, told to shut up, threatened and in fear of their lives – they have come to accept that their word will not be accepted, their perspective not seen, their rights not respected. An instruction that speaks directly into the many issues and stories that are presented to us in the news: the issue of racism and the violence black people face; the matter of dis- crimination against those that are different, that don’t fit into the “norms” our society has “accepted”. I could go on – but it would not make a difference in our hearts to rattle off the known facts that there are many people whose voices are not heard and whose lives are not respected. What would make a difference is when we would hear these words from the wise teacher and obey them in the way we live our lives with those around us and for those who work for us and with us. Only then will we begin to notice how big these problems still are, how deeply they still are embedded in our culture. We belong to the privileged and are often blind to the realities of racism, sexism, gender-based violence, and the poverty that is the result of centuries of exploitation and oppression. Before you start arguing, just listen to this watchword again and to the watchword of the year from Luke 6, 36: “Be merciful, just as your Father is merciful”. Let’s challenge each other to start with small steps of ‘Christopraxis’, of practicing what Christ practised – seeing the people around him in their needs, their pain, their fear, their hardships, their longings, their oppression by the political and religious system, and then doing something about it with and for them. And remember, that you are a saved and beloved child of God is also the result of Jesus’s Christopraxis – he saw you and was merciful to you too! Do we need any more motivation than this: that we get to be to others what Christ is to us – gracious, loving and merciful!?

Felix Meylahn

MONATSSPRUCH FÜR APRIL 2021

“Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.”
Kolosser 1, 15

Können wir uns Gott vorstellen? Dürfen wir denn überhaupt uns ein Bild von Gott machen? Die Bibel untersagt es ausdrücklich (Exodus 20, 4). Nun bleibt aber der Wunsch, mir irgendwie doch Bilder zurecht zu legen, die mir helfen, Gott zu verstehen und vorzustellen. Dieser Wunsch steckt tief in uns Menschen drin – er hat über die Jahrtausende auch dazu geführt, dass Menschen sich Bild- er von den Göttern machten – Götzenbilder, die sie verehrten und umtanzten – in der Hoffnung, diese Götter würden ihre Verehrung anerkennen und ihnen gnädig sein. Viel Unheil und Leid ist dann aber auch von diesen Vorstellungen von den Göttern ausgegangen: Gewalt und Machtmisbrauch geschahen im Namen dieser Götter – ja, auch des biblischen Gottes.

Darum ist der Monatsspruch für April so ein wichtiges Wort. Das Verbot, sich Bilder von Gott zu machen, bleibt gültig – aber wir haben ein „Ebenbild des un- sichtbaren Gottes“ in Jesus von Nazareth – in ihm wird uns gezeigt, wie Gott ist. Und das ist schockierend – denn bei diesem Jesus von Nazareth ist nichts, was wir normalerweise mit Göttern in Verbindung bringen, zu sehen. Er ist ein Mensch, arm und machtlos – keine prunkvolle Herrlichkeit strahlt von ihm aus, er ist gnädig und barmherzig – kein zürnender, strafender, wütender Herrscher – und seine Liebe gilt allen, vor allem denen, die am Rande stehen, die von dem religiösen Establishment nicht wahr- und angenommen werden. Und dass gerade diese schwache, leidende Erscheinung uns ein Bild gibt von dem „Erstgeborenen vor aller Schöpfung“, ist ein Skandal für alle Religionen – wäre es nicht an der Zeit, sich dieses Bild von

Gott einzuprägen? Vieles würde sich auch in unserem Umgang mit den Menschen von Grund auf ändern und auch uns selbst lernten wir neu sehen als die von diesem gnädigen Gott geliebte und angenommene Kinder.

Felix Meylahn

MONATSSPRUCH FÜR MÄRZ 2021

Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lukas 19,40

Jesus reitet in Jerusalem ein. Die Menschen sind begeistert. Sie jubeln, sie schwenken Palmenzweige. Jesus hat gepredigt und geheilt. Er hat mit den Menschen gelacht und geweint und sie ins Reich Gottes eingeladen. Nun be- grüßen ihn die Einwohner Jerusalems als den versprochenen Erlöser: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!!“ Nicht alle finden das passend. Die Pharisäer sind verärgert. In ihren Augen ist Jesus ein Gottesläster- er, und sie fordern ihn auf, diesem Hype ein Ende zu setzen und die Menschen zum Schweigen zu bringen. Jesus antwortet ihnen: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien“ (Lk 19,40).

Die Botschaft, dass Jesus der Gesandte Gottes und Bruder und Freund der Menschen ist, lässt sich nicht unterdrücken. Gott lässt sich nicht aufhalten. Gott wird weiter Menschen Heilung und Heil bringen – ja, notfalls wird er dafür auch ungewöhnliche Wege suchen und ungeahnte Möglichkeiten nutzen. Seine Liebe strömt weiter aus. Mögen wir selbst erleben, wie die Seele von diesem Strom gereinigt wird, wie sie aufat- met und Frieden findet. Viel- leicht sogar in Situationen und in Begegnungen, in denen wir nie damit gerechnet hätten. Gott lässt sich nicht stumm- schalten, er wird zu hören sein – trotz aller Widerworte.

Diese Erfahrung und Hoffnung wünsche ich Ihnen/Euch!

Beate Williard-Bidoli

WATCHWORD FOR APRIL 2021

“Christ is the image of the invisible God, the firstborn before all creation.”
Colossians 1, 15

We are not meant to make ourselves an image of God (Exodus 20, 4). If it was left to us humans, a God would be a powerful, glorious appearance instilling fear and trembling in all of us. In the history of religions, such images of God were used to legitimise and justify violence, injustice towards the poor and the outsiders and the establishment of exclusive and elite societies and groups that lorded it over all the others. Our watchword puts a stop to this – the prohibition remains: don’t make yourself an image of God – but if you need to understand, even visualise what God is like look at Jesus of Nazareth – a frail, poor, weak human – who lived a life of grace, care and forgiveness – yearning to help all, especially those at the margins of society, those excluded, those oppressed and exploited. For this, he was crucified – and the ultimate “image of the invisible God” we Christians have been given is the crucified, who screams in agony: “My God, why have you forsaken me?!”

Oh, how desperately the world needs to see this image of God – and recognise in Jesus the radically new way of understanding what God intends for creation. That is why Jesus is called “the firstborn before all creation”. This was God’s intention from the beginning – a life of love, care, grace and acceptance for all – not an exclusive, elite upper-class ruling over the others. Can you imagine what our society would be like if we saw God in Jesus?

Felix Meylahn