MONATSSPRUCH Juni 2025

Apostelgeschichte 10,28

In Apostelgeschichte 10,28 betritt Petrus das Haus von Kornelius, einem Heiden – etwas, das nach jüdischem Gesetz streng verboten war – und erkennt, wie radikal dieser Moment ist. Es wäre für Petrus einfacher gewesen, an dem festzuhalten, was er am besten kannte: seine Traditionen, seine Kultur, die Gesetze, die sein Leben geprägt hatten.

Und doch fordert Gott ihn heraus, anders zu sehen – nämlich durch die Brille Christi. Petrus begreift, wie er später in Vers 34 bekennt: „Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott niemanden bevorzugt, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn achtet und tut, was recht ist.“ Diese Begegnung dreht sich nicht nur um Speisevorschriften oder ethnische Grenzen – es geht um eine neue Identität, die in Gott verwurzelt ist.

Als Christinnen und Christen sind wir nicht dazu berufen, unsere eigenen Bräuche oder Urteile zu erhöhen, sondern Gott zu fürchten und in seiner Gerechtigkeit zu leben. Und wenn wir das tun, lernen wir, andere anzunehmen – nicht, weil sie unseren Maßstäben entsprechen, sondern weil Gott sie längst angenommen hat. Wenn wir zu Christus gehören, dann gilt unsere erste Treue nicht der Kultur oder dem Gewohnten, sondern dem Gott, der durch Jesus alle

Menschen rein macht.                                                      Pastorin Ingrid van Sittert